Stromtarif im Check
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Stromtarife mit Vorauskasse
Normalerweise schickt der Stromversorger am Ende des Jahres oder am Ende der Abrechnungsperiode eine Rechnung. In der Regel hat der Kunde im Laufe des Jahres bereits mehrere Abschlagszahlungen geleistet. Liegen die Stromkosten über der Summe dieser Zahlungen, fließt das Guthaben zurück auf das Konto des Kunden. Weitaus häufiger ist aber, nicht zuletzt wegen der stetig steigenden Strompreise, der umgekehrte Fall: Nach Abzug der Abschlagszahlungen vom Rechnungsbetrag bleibt noch eine gewisse Summe übrig, die dann an den Versorger gezahlt werden muss.
Abweichend von diesem herkömmlichen Abrechnungsmodell gibt es jedoch auch Stromtarife, bei denen der Kunde im Voraus die komplette Summe für ein Jahr bezahlt. Der Stromversorger belohnt ihn dafür mit einem Preisnachlass oder einem Bonus. Solche Vorkasse-Tarife werden inzwischen von vielen Anbietern beworben. Beim Vergleich kommt es aber sehr auf die exakte Ausgestaltung der einzelnen Offerten an. Während bei einigen Versorgern zu viel gezahltes Geld erstattet wird, ist es bei anderen Anbietern verloren. Wer also zu Vertragsbeginn eine bestimmte Summe zahlt und in den folgenden Monaten weniger Strom verbraucht als gedacht, der macht in diesem Fall ein Minus. Schließlich muss dann de facto Strom bezahlt werden, der gar nicht genutzt wird. Der Abschluss eines Vertrags ohne Erstattungsoption eignet sich daher ausschließlich für solche Kunden, die den eigenen Jahresverbrauch exakt einschätzen können und deren Stromabnahme sehr konstant ist.
Unabhängig davon, ob der Stromversorger in seinem Tarif mit Vorauskasse zu viel gezahlte Beträge zurückgibt oder nicht, muss ein höherer Stromverbrauch vom Kunden auf jeden Fall extra bezahlt werden. Sichert man sich mit dem Vorkasse-Tarif zum Beispiel 3.000 Kilowattstunden für ein Jahr, verbraucht aber tatsächlich 4.000 Kilowattstunden, muss für die Differenz von 1.000 Kilowattstunden nachgezahlt werden. Und dabei gelten nicht unbedingt immer die günstigen Arbeitspreise, die bei der Kalkulation der Vorauszahlung zugrunde gelegt wurden. Nachforderungen erheben manche Stromversorger vielmehr auf der Basis weitaus höherer Arbeitspreise. Auch auf dieses Detail sollte man deshalb unbedingt vor dem Abschluss eines Stromvertrags mit Vorauskasse achten.
Und noch etwas gilt es zu bedenken: Wer seinen Strom für ein Jahr oder für einen noch längeren Zeitraum im Voraus bezahlt, der muss darauf vertrauen, dass die Lieferung während der gesamten Laufzeit wie vereinbart erfolgt. Mit der Kürzung der Rechnungen lässt sich bei Problemen jedenfalls nicht drohen. Und wenn der Stromanbieter während der Laufzeit zahlungsunfähig wird, entstehen noch ganz andere Probleme. Denn im Fall des Falles ist nicht nur mit hoher Wahrscheinlichkeit das schon gezahlte Geld verloren. Zudem unterbleibt auch die weitere Belieferung mit Strom, so dass die Energie von einem anderen Versorger bezogen werden muss. Und das kostet dann erneut Geld. Vor dem Abschluss eines Stromvertrags mit Vorauskasse sollte man deshalb unbedingt prüfen, ob man es mit einem seriösen und finanzkräftigen Unternehmen zu tun hat. Gerade bei neuen Anbietern, die erst seit kurzem am Markt sind, ist erhöhte Vorsicht geboten.
Ein gutes Tagesgeldkonto kann Ihnen auch dabei helfen, Geld zu sparen bzw. es gut zu vermehren.